Chitre - Das Dorf

Chitre ist ein Dorf im Parbat District in Nepal. Diese hüglige Region Nepals ist Teil der Dhawalagiri Zone und einer von 75 Districts in Nepal. Zusammen mit dem District Kusma umfasst er eine Fläche von 494 km² und hat eine Bevölkerung von 157 826 (2001) (Daten vom Chitre Football Club, Parbat). Das bekannteste Touristenziel ist der „Panchase Hill“ (ca. 2500 m ü. NN), ein beliebter Aussichtspunkt auf die Annapurna-Range im Himalaya. Chitre (ca. 1500 m ü. NN) liegt etwas abseits des dorthin führenden Panchase-Treks und wird daher von Touristen eher selten besucht. Es gibt keine Busse, die nach Chitre fahren. Die einzige Straße, die nach und durch Chitre führt, (gebaut von Mekah Ba!) ist erst ca. 5 Jahre alt und wird vor allem zum Transport von Baustoffen genutzt.
Der Hauptteil der Bewohner in Chitre betreibt Landwirtschaft auf kleinen terassenförmig angelegten Feldern im Umkreis von mehreren Kilometern. Dabei werden oft auch noch mit einfachsten Mitteln gearbeitet. So werden anstatt moderner Maschinen oft noch Ochsenpflüge zur Arbeit eingesetzt.
Da Chitre direkt am Fuße des Himalaya liegt, gibt es hier einen atemberaubenden Panoramablick. Zwischen den Gipfeln der Annapurna-Range (max. 8091 m ü. NN) ragt fast zum Greifen nah der Machapuchre (6997 m ü. NN) hervor.

Der Fußballplatz

Der Fußballplatz grenzt an eine Schule und soll den Schülern dort die Möglichkeit geben, den Sport für ihre Weiterentwicklung zu nutzen. Die Schüler können in Chitre bleiben und ihren Schulabschluss machen. Vergleichbare Angebote sind in solchen Dörfern in Nepal eine absolute Ausnahme! Zur Fertigstellung dieses Platzes bedarf es jedoch noch sehr viel Arbeit. Bevor der Boden komplett geebnet wird, plant Mekah Ba ein weiteres Stück Land zu kaufen, dass an den Platz angrenzt, um eine angemessene Platzgröße zu schaffen. Weiterhin müssen Toiletten und Umkleideräume gebaut werden und es besteht Bedarf an Toren, Netzen, Bällen, Kreidemaschinen, Eckfahnen und weiterem Zubehör. Neben dem Fußballplatz wurde schon mit der Unterstützung einer englischen Sicherheitsfirma ein multifunktioneller Basket- und Volleyballplatz gebaut.

Der Stein des Anstoßes

Jochen Oexmann, April 2011


Im Frühjahr 2011 hatte ich in Nepal eine sehr beeindruckende Begegnung in dem Dorf Chitre, welches abseits vom Haupttouristenstrom liegt und wo meine Freundin und ich durch Zufall gelandet waren. Wir waren die zweite Touristen-“Gruppe“ in Chitre, seit es dort ein sog. "Homestay-Programm" gibt. Wir wurden dort mit derart überschäumender Gastfreundschaft aufgenommen, dass es fast ein wenig viel wurde. Uns wurden mehrmals Willkommensschals und -blumen überreicht und der ein oder andere Tika (Farbtupfer auf der Stirn) durfte natürlich auch nicht fehlen (Bild 1).

Nach einem riesigen, auf einem in Nepal typischen Indoor-Lagerfeuer gekochten Abendessen, durfte wir uns am nächsten Morgen mit Mekah Ba(hadur) (65), dem Quasi-Bürgermeister, das brandneue Schulgebäude mit zwei Klassenzimmern und den fast fertigen Basketballplatz anschauen (Bild 2), den Schulleiter kennenlernen, und eine kleine Tour durchs Dorf machen. Da es in Nepal seit mehreren Jahren keine funktionierende Regierung gibt, nimmt, nehmen Mekah Ba und die Menschen in Chitre so gut wie alles selber in die Hand. So erzählten sie uns von dem nächsten Projekt, einem Fast-Full-Size-Fussballplatz auf immerhin 1500 m (s. Bild 2). Aus großem Respekt vor dem Bemühen Mekah Bas, gerade die jungen Leute etwas länger im kleinen Chitre zu halten, anstatt Sie an Hotels und Restaurants in den Touristenzentren zu verlieren, habe ich an dem Morgen unserer Abreise ihm meine Unterstützung und die meiner Fußballmannschaft zugesichert.

Nach meiner Rückkehr nach Hamburg stellte ich die Idee meiner Mannschaft vor. Ich hatte zunächst nur an eine Spende aus der Mannschaftskasse gedacht, aber die Meinung der Mannschaft war klar: Wenn wir das machen, dann richtig! Die Idee einer Benefizparty und anderer Spendenaktion war geboren...

Bongo klebt
Bongo klebt

Jens Bongert, Mai 2012


Etwa 1 Jahr, nachdem der erste Kontakt zwischen der „Sechsten Herren“ und dem „Chitre Football Club, Parbat“ geknüpft wurde, bekam auch ich die Chance, Chitre und Mekah Ba zu besuchen.

Während meiner Reise mit meiner Freundin durch Indien und Nepal im Frühling 2012 legten wir in Chitre einen 2-tägigen Stopp ein, um die Fortschritte des Projektes zu begutachten, dass wir uns entschlossen hatten, zu unterstützen.

Unsere Reise nach Chitre begann mit einer auslaugenden, unerwartet langen Wanderung (ca. 5 Stunden). Endlich angekommen erwartete uns jedoch eine so herzliche Begrüßung, dass die Erschöpfung schnell vergessen war. Mekah Ba lud uns zu sich ein. Uns wurde von ihm selbst ein wahres Festmahl zubereitet und wir durften für diese Nacht ein Zimmer in seinem Haus beziehen.

Am Tag darauf gingen wir mit Mekah Ba durch das Dorf und besichtigten den sich im Bau befindlichen Fußballplatz und weitere Projekte, die verwirklicht werden sollen. Der Fußballplatz war uns am Abend zuvor schon aufgefallen, als wir angekommen waren. Ein großer Platz direkt neben einer Schule, zwei Torgestelle aus Holz, durch Sägemehl gekennzeichnete Linien und zwei halb fertiggestellte Gebäude. Während unserer Führung durch das Dorf wurden wir dann in die Fortschritte und Pläne des Fußballplatzbaus eingeweiht (Informationen dazu unter „Der Fußballplatz“). Mekah Ba stellte uns einige seiner Freunde vor, die ihn bei seinen Projekten unterstützen. Wir wurden feierlich mit Blumen, Willkommenstüchern und Farbtupfern auf die Stirn begrüßt.

Am Nachmittag mussten wir dann leider nach nur einer Nacht in Chitre wieder aufbrechen, obwohl wir auch noch eine ganze Woche in Chitre hätten bleiben können.

Der Besuch in Chitre war für mich ohne Zweifel eines der Highlights unserer 3-monatigen Reise. Die Herzlichkeit und Ehrlichkeit mit der wir empfangen wurden und die Dankbarkeit, die uns durch unser Interesse entgegengebracht wurde, haben mich vollkommen überzeugt, dieses Projekt auf jeden Fall zu unterstützen. Auch der persönliche Kontakt zu Mekah Ba überzeugen, dass unsere Bemühungen mit Sicherheit produktiv umgesetzt werden. Es freute mich deshalb sehr, dass ich den Bau dieses Fußballplatzes tatkräftig unterstützen würde, um den Fortschritt in Chitre weiter zu fördern.

Zurück in Deutschland war dann natürlich die Motivation riesig, endlich eine Spendenaktion zu starten…

Ein Infoflyer zum Projekt, ausdrucken und informieren!
Chitre Infoflyer.pdf
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www.sechste-herren.de
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